"Sie konnten mich nicht töten: Als Afghanin im Einsatz für die Bundeswehr"

"Und sie dachten, ich sei tot"

„Habe ich die Schreie meiner Kameraden gehört?

Gesehen, wie sie vor mir in Stücke gerissen wurden?

Konnte ich spüren, wie ein dreißig Zentimeter langes Kantholz in meinen Kopf eindringt, wie unzählige Splitter meine Haut durchbohren und meine Hände Feuer fangen?“

Bei einem Anschlag in Taloqan wird die Bundeswehr-Soldatin Soraya Alekozei so schwer verletzt, dass sie zunächst als tot gilt. Dabei war die 1979 aus Afghanistan Geflohene gekommen, um ihr Heimatland zu befrieden. Nicht mit Waffen, sondern mit Worten: Sie dolmetscht für die Generäle, kümmert sich um Waisenkinder. Bis zu jenem Schicksalstag im Mai 2011. Der bewegende Bericht einer ungewöhnlichen Kriegsveteranin, der uns Afghanistan und die menschlichen Dimensionen des Bundeswehreinsatzes neu sehen lässt.

Flucht vor den Russen, Verlust der Heimat, Anschlag der Taliban – all das überstand Soraya Alekozei.

In ihrem Buch erzählt sie von ihrem bewegenden Leben. Wie sie behütet und in Wohlstand aufwuchs, die russische Invasion sie entwurzelte und sie schließlich als Vermittlerin zwischen den Kulturen heimkehrte.

2005 kommt sie als deutsche Soldatin zurück.

Erst als Moderatorin des Bundeswehr-Senders „Stimme der Freiheit“ (Sada-e-Azadi), dann als Dolmetscherin der ISAF-Kommandeure. Wir sind dabei, wenn sie in ihren Reportagen vom Schicksal afghanischer Kinder erzählt. Wir begleiten sie mit den Generälen zu Gouverneuren, Warlords und einfachen Bauern. In jeder freien Minute kümmert sie sich um ihre Schützlinge: Frauen, deren Flucht vor häuslicher Gewalt sie ins Gefängnis brachte, kranke Kinder, Kriegswaisen.

Bis in ihrem sechsten Einsatz bei einer Sicherheitskonferenz am 28. Mai 2011 ihr Schicksal eine tragische Wendung nimmt. Aus der tatkräftigen Frau wird eine kriegsversehrte Veteranin.

Dennoch bleiben ihr Mut, ihre Loyalität und Menschenliebe ungebrochen.

  • ISBN-13 9783430201742

  • Erschienen: 30.09.2014